Mannheim Marathon 2008
Wir schreiben den 24.05.2008. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling.....
ups das ist glaube ich schon 2000 Jahre her und eine ganz andere Geschichte. Heute habe ich aber Geschichte geschrieben, zwar nur meine eigene aber immerhin. Es ging um die Jagd nach der Zweistundenmarke im Marathon. Nach dem ich das jetzt schon seit 3 Jahren immer wieder versucht habe und mir mal mehr und mal weniger den Hintern dafür aufgerissen habe hat es jetzt endlich geklappt!
Beim 4. Mannheim Marathon kam ich mit einer Zeit von 1:53:05 ins Ziel. Fast 7 Minuten unter den für uns hohen Tetras magischen 2 Stunden.
Das Rennen lief gleich von Anfang an richtig gut. Wie immer sind mir zwar gleich am Start erst mal wieder alle weg gefahren aber ich konnte mich sehr schnell hinter Norbert Schiller hängen und zusammen haben wir dann das Feld von hinten her wieder eingesammelt. Als erstes haben wir Heini erreicht, was mich sehr gewundert hat, denn er ist normalerweise immer unerreichbar für mich, allerdings stellte sich später heraus, dass er technische Probleme hatte.
Nach und nach sammelten wir dann die anderen Schnellstarter ein. Georg haben wir dann ca. bei Kilometer 10 überholt und es lief immer noch super gut. Ich hab eigentlich die ganze Zeit drauf gewartet, dass irgendwann ein Einbruch kommt denn wir fuhren Geschwindigkeiten die ich normalerweise nicht auf Dauer durchhalte. Aber die äußeren Bedingungen waren perfekt. Es war nicht zu heiß, nicht zu kalt und auch der Wind war diesmal sehr zurückhaltend. Aus den Vorjahren wusste ich allerdings, dass uns der schwierigste Teil noch bevorstand, nämlich die Brücke nach Ludwigshafen. Hier habe ich letztes Jahr richtig viel Zeit verloren. Diesmal habe ich dann versucht sie so gleichmäßig wie möglich hochzufahren, also nicht wie sonst mit möglichst viel Schwung am Anfang. Das ist zwar für kurze Steigungen ok, aber bei so einem langen Anstieg geht mir dann hinten raus die Luft aus. Die Taktik mit dem gleichmäßigen Fahren ging voll auf. Am Ende der Steigung fühlte ich mich richtig gut und wir konnten es bergab krachen lassen. Es ging also mit weit über 40 km/h die Brücke runter und diesen Schwung konnten wir sehr lang aufrecht erhalten.
Nun ging es quer durch Ludwigshafen und bei Kilometer 21 lagen wir knapp unter einer Stunde, da war dann zum ersten mal klar, dass wir es tatsächlich schaffen konnten unter 2 Stunden zu bleiben, da die zweite Hälfte bei mir ja erfahrungsgemäß immer besser läuft als die erste.
Als es dann nach der Durchquerung Ludwigshafens wieder Richtung Mannheim ging stand uns die zweite Überquerung der Brücke bevor und auch diesmal lief es einfach richtig gut. Jetzt waren es nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel. Die Arme spielten noch mit und wir legten noch mal einen Zahn zu. Als es nun Richtung Wasserturm ging war klar, dass wir die 2 Stunden auf jeden Fall unterbieten würden aber noch waren 2 Kilometer zu fahren. Und die letzten 2 Kilometer in Mannheim haben es wirklich in sich und zwar nicht weil die Strecke noch mal ansteigt oder so was, sondern weil man nach dem Wasserturm das Ziel eigentlich schon vor Augen hat aber dann noch eine extra Schleife fahren muss um die 42,195 Kilometer voll zu bekommen. Wie auch immer, das Ziel lag jetzt zum Greifen nahe und die letzten Meter waren wie immer die schönsten. Es tut einem jeder einzelne Muskel weh aber man weiß, dass man es gleich geschafft hat und der Jubel der Zuschauer lässt einen alle Schmerzen vergessen und die letzten Meter fliegt man förmlich.
Dann war es endlich geschafft und die Uhr blieb tatsächlich weit unter 2 Stunden stehen und zwar richtig weit. Ich konnte es wirklich kaum glauben. Auf diesen Moment hab ich jetzt über 3 Jahre gewartet.
Vor 2 Jahren habe ich die 2 Stunden das erste mal angekratzt. Einmal fehlten 2 Minuten, dann nur noch eine. Letztes Jahr in Mannheim dann nur noch 39 Sekunden. Und jetzt bin ich gleich 7 Minuten drunter geblieben. Es war wirklich unbeschreiblich. Mit dieser Zeit hab ich mich jetzt auch noch in den Top 5 der schnellsten jemals gefahrenen Zeiten bei den A1 Fahrern verewigt. Ich hoffe das hält noch eine Weile an.
An erster Stelle möchte ich diesmal Norbert Schiller vom Team Rehability für die perfekte Zusammenarbeit danken und dann hier natürlich wieder ein spezieller Dankesgruß an meinen Fanclub bestehend aus Hubert (ich freu mich jetzt schon auf unsere erste Tour dieses Jahr) und Ingo mit seiner Frau. Es ist einfach schön zu wissen, dass ihr auch meinetwegen an der Strecke wart und mich so fantastisch angefeuert habt.
Also dann, bis zum nächsten mal.
|